KI-Sichtbarkeit prüfen: So testen Sie ChatGPT & Co.

KI-Sichtbarkeit prüfen: So testen Sie ChatGPT & Co.

Fachlicher Stand: September 2026.

Wird Ihr Unternehmen bei ChatGPT empfohlen? Taucht Ihre Website in einer KI-Antwort von Google auf? Und welche Wettbewerber werden genannt, wenn jemand nach genau Ihrer Dienstleistung sucht? Mit einem strukturierten Check können Sie diese Fragen selbst untersuchen, statt sich auf Vermutungen oder einen einzelnen Screenshot zu verlassen.

Um Ihre KI-Sichtbarkeit zu prüfen, brauchen Sie zunächst passende Kundenfragen, mehrere Suchsysteme und eine einfache Dokumentation. In diesem Beitrag führen wir Sie durch fünf Schritte: Suchfragen formulieren, verschiedene KI-Dienste testen, Antworten auswerten, Ergebnisse festhalten und den Test wiederholen. Dazu erhalten Sie konkrete Beispielfragen, eine Vorlage für Ihr Prüfprotokoll und verständliche Regeln für die Auswertung.

Das Ziel ist nicht, möglichst lange zu fragen, bis Ihre Firma endlich erscheint. Sie möchten herausfinden, bei welchen realistischen Anfragen Ihr Unternehmen bereits berücksichtigt wird und wo noch Lücken bestehen. Ein einzelner Treffer ist eine Beobachtung, keine dauerhaft gesicherte Platzierung: Auch OpenAI weist darauf hin, dass eine Platzierung in ChatGPT Search nicht garantiert ist. [1]

Was bedeutet KI-Sichtbarkeit bei diesem Check?

Für unsere Prüfung verstehen wir unter KI-Sichtbarkeit, ob und wie ein Unternehmen oder seine Inhalte in einer generierten Antwort auftauchen. Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen einer Unternehmensnennung, einer Empfehlung als Anbieter und einem Quellenlink zur eigenen Website.

Ein Beispiel: Ein Ratgeber Ihres Malerbetriebs wird als Quelle zum Thema Wandfarben verlinkt. Das ist eine andere Art von Sichtbarkeit als eine Antwort, die Ihren Betrieb für Renovierungsarbeiten in Hamburg empfiehlt. Beide Beobachtungen können interessant sein, sollten aber nicht als derselbe Erfolg gezählt werden.

Auch die Frage nach der eigenen Marke verfolgt ein anderes Ziel als eine offene Anbietersuche. „Was bietet die Musterfirma an?“ prüft, welche Informationen über diese Firma verfügbar sind. „Welche Anbieter übernehmen eine Badsanierung in Köln?“ untersucht dagegen, ob die Firma auch ohne Namensvorgabe berücksichtigt wird. Für die Gewinnung neuer Interessenten würden wir bei dieser zweiten Art von Fragen beginnen.

Schritt 1: Formulieren Sie Fragen, die Ihre Kunden stellen könnten

Starten Sie nicht mit Fachbegriffen aus Ihrer Branche, sondern mit einem konkreten Bedarf. Welche Leistung sucht der Kunde? In welcher Region? Gibt es Anforderungen, die für die Auswahl wirklich entscheidend sind? Aus diesen Informationen entstehen brauchbare Testfragen.

Eine einfache Vorlage lautet:

Ich suche einen Anbieter für [Leistung] in [Ort oder Region]. Wichtig ist mir [tatsächliche Anforderung]. Welche Unternehmen kommen dafür infrage?

Die zusätzliche Anforderung ist optional. Nutzen Sie sie nur, wenn sie zu einem realistischen Kundenbedarf gehört. Eine Frage mit zehn ungewöhnlichen Eigenschaften, die ausschließlich Ihr Unternehmen erfüllt, wäre kein überzeugender Test für Ihre allgemeine Auffindbarkeit.

Beispielanfragen für unterschiedliche Branchen

Die folgenden Fragen sind Vorlagen, keine dokumentierten Kundenanfragen. Passen Sie Leistung und Standort an Ihr tatsächliches Angebot an:

  • Malerbetrieb: „Ich suche einen Maler in Hamburg, der eine bewohnte Wohnung renoviert. Welche Betriebe kommen infrage?“

  • Elektrobetrieb: „Welche Elektriker in Köln übernehmen die Prüfung und Installation einer Wallbox am Einfamilienhaus?“

  • Solarbetrieb: „Ich suche einen Anbieter für Solaranlagen mit Speicher in Hamburg, der Planung und Montage übernimmt.“

  • Kanzlei: „Ich suche einen Anwalt für Vertragsrecht in München, der kleine Unternehmen berät. Welche Kanzleien kommen infrage?“

  • Fahrschule: „Welche Fahrschulen in Hannover bieten Theorieunterricht am Abend an?“

  • Softwareanbieter: „Welche Software eignet sich für Bildungsträger, die Teilnehmerakten und Anwesenheiten digital verwalten möchten?“

Für einen ersten Überblick empfehlen wir fünf passende Fragen. Für die weitere Beobachtung können Sie daraus ein festes Set von beispielsweise zehn Fragen entwickeln. Das sind praktische Startgrößen, keine wissenschaftlich festgelegte Mindestanzahl.

Allgemeine Anbietersuche und spezielle Anforderungen kombinieren

Wählen Sie nicht zehn fast identische Varianten derselben Frage. Decken Sie unterschiedliche Leistungen oder Entscheidungssituationen ab: eine allgemeine Anbietersuche, eine bestimmte Spezialisierung und einen konkreten Anwendungsfall. Ein Heizungsbetrieb könnte beispielsweise getrennt nach Wärmepumpeninstallation und Heizungswartung suchen.

Geben Sie jeder Frage eine feste Nummer und speichern Sie ihren genauen Wortlaut. Sobald Ihre Ausgangsmessung beginnt, ändern Sie diese Fragen nicht mehr nebenbei. Neue Formulierungen können Sie später ergänzen, aber als neue Testfragen kennzeichnen. Sonst lässt sich kaum unterscheiden, ob Ihre Sichtbarkeit oder einfach nur die Fragestellung verändert wurde.

Die eigene Marke zunächst nicht vorgeben

Vermeiden Sie beim ersten Durchlauf Formulierungen wie „Empfiehl mir die Musterfirma“ oder „Warum ist unser Unternehmen der beste Anbieter?“. Die gewünschte Antwort steckt dort bereits in der Frage. Auch eine zuvor hochgeladene Unternehmenspräsentation würde aus dem offenen Suchtest eine andere Aufgabe machen.

Eine zusätzliche Markenprüfung ist trotzdem sinnvoll: Fragen Sie später in einem getrennten Chat nach Leistungen, Standort und Kontaktinformationen Ihres Unternehmens. Halten Sie diese Ergebnisse separat fest. Eine korrekte Antwort auf eine Markenfrage belegt noch keine Empfehlung bei einer markenfreien Anbietersuche.

Schritt 2: Testen Sie mehrere KI-Systeme unter vergleichbaren Bedingungen

Für den Einstieg würden wir ChatGPT, die Gemini-App und den Google-KI-Modus getrennt untersuchen. Prüfen Sie ergänzend, ob bei passenden Google-Suchanfragen eine Übersicht mit KI erscheint. Weitere Dienste können hinzukommen, wenn sie für Ihre Zielgruppe wichtig sind. Sie müssen nicht sofort jede verfügbare Plattform abdecken.

Schreiben Sie im Protokoll nicht einfach „Google AI“. Unterscheiden Sie Google KI-Modus, Google AI Overviews beziehungsweise Übersichten mit KI und Gemini. Google erklärt bereits für KI-Modus und Übersichten mit KI, dass unterschiedliche Modelle und Verfahren zu unterschiedlichen Antworten und Links führen können. [6]

Reicht ein Inkognito-Fenster?

Ein privates Browserfenster kann helfen, den Test von Ihrem normalen Arbeitskonto zu trennen. Es ist aber kein Siegel für vollständig neutrale Ergebnisse. Google berücksichtigt auch ohne personalisierte Empfehlungen weiterhin Kontext wie Standort, Sprache und Gerät. [3]

Unser Vorschlag: Nutzen Sie einen möglichst gleichbleibenden Testaufbau und dokumentieren Sie, ob Sie angemeldet sind, welche Personalisierung aktiv ist und welche Region Sie angeben. Vermeiden Sie einen Chat, in dem Sie zuvor ausführlich über Ihre eigene Firma gesprochen haben. Beginnen Sie für jede Testfrage eine neue Unterhaltung.

Bei lokalen Suchen schreiben Sie den Ort ausdrücklich in die Frage, statt nur „in meiner Nähe“ zu verwenden. ChatGPT kann den ungefähren Standort unter anderem aus der IP-Adresse ableiten; auch eine VPN-Verbindung kann diese Einordnung beeinflussen. Ein genannter Ort verbessert die Nachvollziehbarkeit, schaltet aber nicht automatisch jeden weiteren Kontext aus. [1]

ChatGPT-Sichtbarkeit prüfen

Öffnen Sie einen neuen Chat und prüfen Sie die Einstellung für Personalisierung. Nach der aktuellen OpenAI-Dokumentation kann ein temporärer Chat personalisiert oder unpersonalisiert gestartet werden. Für diesen Vergleichstest wählen Sie „Unpersonalized“ beziehungsweise die unpersonalisierte Variante, sofern die Option in Ihrer Oberfläche verfügbar ist. Diese nutzt laut OpenAI weder Erinnerungen noch individuelle Anweisungen oder Plugins. „Temporär“ allein bedeutet deshalb nicht automatisch „ohne Personalisierung“. [2]

Aktivieren Sie anschließend die Websuche, wenn Sie ausdrücklich die aktuelle Auffindbarkeit über ChatGPT Search untersuchen möchten. OpenAI beschreibt dafür die Auswahl von „Search“ im Werkzeugmenü; die Beschriftung kann je nach Oberfläche abweichen. [1]

Geben Sie genau eine Ihrer vorbereiteten Fragen ein. Speichern Sie die Antwort und die angezeigten Quellen, bevor Sie nachfragen. Ob eine Suche erkennbar ausgeführt wurde, gehört ins Protokoll. Antworten mit und ohne erkennbaren Webabruf sollten nicht stillschweigend als derselbe Test behandelt werden.

Gemini-Sichtbarkeit prüfen

Verwenden Sie auch bei Gemini eine neue Unterhaltung und dieselbe Testfrage. Vermeiden Sie für den öffentlichen Sichtbarkeitstest zusätzliche Firmendokumente oder private Datenquellen. Prüfen Sie die angebotenen Personalisierungseinstellungen und halten Sie die gewählte Konfiguration fest.

Öffnen Sie die Quellenansicht, sofern sie vorhanden ist. Google erklärt, dass Gemini nicht für jede Antwort Quellen oder zugehörige Links bereitstellt. Außerdem können Links sowohl verwendete Quellen als auch weiterführende Inhalte betreffen. [4]

Notieren Sie deshalb konkret, ob Ihr Unternehmen im Antworttext genannt wird und ob Ihre Domain in den angezeigten Links vorkommt. Fehlt eine Quellenansicht, tragen Sie „Keine Quellen angezeigt“ ein. Daraus lässt sich nicht sicher ableiten, welche Informationen intern verwendet wurden.

Google-KI-Modus und AI Overviews prüfen

Den Google-KI-Modus erreichen Sie über den entsprechenden Bereich in der Google Suche oder über die direkte KI-Modus-Oberfläche. Nutzen Sie wieder Ihren gespeicherten Wortlaut und starten Sie jede Testfrage neu, statt sie als Fortsetzung der vorherigen Frage einzugeben. Google dokumentiert auch für den KI-Modus Personalisierung anhand früherer Aktivitäten. Halten Sie die verfügbaren Einstellungen deshalb fest. [5]

Prüfen Sie anschließend separat die normale Google-Suche auf eine Übersicht mit KI. Wird keine angezeigt, lautet Ihr Befund „Keine AI Overview ausgespielt“, nicht „Unternehmen in einer KI-Antwort unsichtbar“. Google weist darauf hin, dass diese Funktion nicht bei jeder Suche ausgelöst wird. [6]

Ein klassischer Suchtreffer, eine Kartenansicht und eine Nennung innerhalb der KI-Antwort sind für unser Protokoll getrennte Beobachtungen. Ihr Unternehmen kann beispielsweise in der normalen Ergebnisliste erscheinen, ohne im Text der Übersicht mit KI genannt zu werden.

Schritt 3: Prüfen Sie, was die Antwort tatsächlich über Ihr Unternehmen sagt

Sobald eine Antwort vorliegt, suchen Sie nicht nur nach Ihrem Firmennamen. Lesen Sie den Zusammenhang und prüfen Sie, ob wirklich Ihr Unternehmen gemeint ist. Ähnliche Namen, andere Standorte oder gleichnamige Anbieter sollten nicht als eigener Treffer gezählt werden.

Für jede auswertbare Antwort empfehlen wir diese fünf Prüfpunkte:

  1. Nennung: Wird Ihr Unternehmen eindeutig im generierten Antworttext erwähnt?

  2. Empfehlung: Wird es als passender Anbieter für den konkreten Bedarf vorgeschlagen oder nur beiläufig genannt?

  3. Verlinkung: Gibt es einen direkten Link zu Ihrer Website? Ein Link zu einem Branchenprofil ist separat zu erfassen.

  4. Richtigkeit: Stimmen Leistung, Standort und weitere überprüfbare Angaben?

  5. Wettbewerb: Welche anderen Unternehmen erscheinen und für welche Anforderungen werden sie vorgeschlagen?

Eine Nennung ist nicht automatisch eine Empfehlung

„Die Musterfirma bietet ebenfalls Dienstleistungen an“ ist etwas anderes als „Für die angefragte Leistung kommt die Musterfirma infrage“. Ebenso wäre „Die Musterfirma bietet diesen Service nicht an“ zwar eine Nennung, aber keine positive Empfehlung. Zählen Sie deshalb nicht jede Namensnennung als geschäftlich wertvollen Treffer.

Auch ein Quellenlink ist gesondert zu bewerten. Eine eigene Ratgeberseite kann verlinkt sein, während in der Antwort andere Anbieter empfohlen werden. Umgekehrt kann Ihr Unternehmen genannt werden, ohne dass Ihre Website verlinkt ist. Diese Trennung macht aus einer oberflächlichen Suche eine brauchbare KI-Sichtbarkeitsanalyse.

Was bedeutet „Platz 1“ in einer KI-Antwort?

Bei einer nummerierten Anbieterliste können Sie festhalten, an welcher Stelle Ihr Unternehmen genannt wird. Bezeichnen Sie das im Bericht beispielsweise als „erste Nennung in dieser Antwort“. In einem Fließtext ohne klare Rangfolge sollten Sie keine künstliche Position erfinden.

Unser Maßstab: Ein Screenshot mit einer ersten Nennung belegt genau diese Antwort unter den dokumentierten Bedingungen. Er belegt weder einen allgemeinen ersten Platz noch eine dauerhafte Empfehlung für alle Nutzer. Für die Auswertung sind eine passende Beschreibung und wiederholte Berücksichtigung wichtiger als das schönste Einzelergebnis.

Quellen öffnen statt nur Logos zählen

Öffnen Sie die relevanten Links und vergleichen Sie deren Inhalt mit der Antwort. Steht die genannte Leistung wirklich auf der verlinkten Seite? Ist die Information aktuell? Führt der Link zur richtigen Firma? OpenAI warnt ausdrücklich davor, Suchergebnisse und Quellenangaben ungeprüft als korrekt anzusehen. [1]

Die Frage „Warum empfiehlst du diesen Anbieter?“ kann eine ergänzende Recherche anstoßen. Behandeln Sie die Antwort aber nicht als offengelegte Rankingformel. Für Ihre Maßnahmen sind überprüfbare Quellen und tatsächliche Informationslücken belastbarer als eine nachträgliche Erklärung des Systems.

Schritt 4: Dokumentieren Sie Ergebnisse und messen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit

Eine einfache Tabelle reicht für den Start. Legen Sie für jede Frage, Plattform und Wiederholung eine eigene Zeile an. Speichern Sie nicht nur erfolgreiche Treffer, sondern auch Antworten ohne Nennung. Sonst wirkt Ihre Sichtbarkeit schnell besser, als sie im Test tatsächlich war.

Diese Angaben gehören in Ihr Prüfprotokoll

 

 

Vorlage für einen nachvollziehbaren KI-Sichtbarkeitscheck

Angabe

Was Sie festhalten

Testfrage

Nummer, exakter Wortlaut, Marke vorgegeben: ja oder nein.

System und Zeitpunkt

Plattform, Suchmodus, sichtbare Modellbezeichnung, Datum und Uhrzeit.

Testbedingungen

Anmeldung, Personalisierung, Sprache, angefragte Region und gegebenenfalls abweichender tatsächlicher Standort.

Antwortstatus

Auswertbare Antwort, nur Rückfrage, technische Störung oder keine KI-Übersicht.

Eigene Sichtbarkeit

Nennung, Empfehlung und direkter Website-Link jeweils getrennt: ja oder nein.

Einordnung

Richtigkeit der Angaben; Position nur bei erkennbarer Reihenfolge.

Wettbewerber und Quellen

Genannte Anbieter sowie konkrete Quellen-URLs.

Beleg

Gesicherter Antworttext und Screenshot mit nachvollziehbarer Zuordnung.

Bei Screenshots sollte die Suchfrage zusammen mit der Antwort erkennbar sein. Sichern Sie bei langen Antworten mehrere Ausschnitte oder zusätzlich den vollständigen Text. Persönliche Kontodaten gehören nicht in öffentlich verwendete Belege.

Drei einfache Kennzahlen für Ihre Auswertung

Für den Anfang würden wir auf komplizierte Gesamtscores verzichten und drei Anteile getrennt berechnen:

Erwähnungsquote: Antworten mit eindeutiger Nennung Ihres Unternehmens geteilt durch alle auswertbaren Antworten, multipliziert mit 100.

Empfehlungsquote: Antworten mit einer passenden Anbieterempfehlung für Ihr Unternehmen geteilt durch alle auswertbaren Antworten, multipliziert mit 100.

Verlinkungsquote: Antworten mit mindestens einem direkten Link zu Ihrer Website geteilt durch alle auswertbaren Antworten, multipliziert mit 100.

Eine Firma, die in derselben Antwort dreimal erwähnt wird, zählt für die Erwähnungsquote trotzdem nur einmal. Berechnen Sie die Werte für jedes System getrennt und werten Sie Markenfragen nicht gemeinsam mit offenen Anbieterfragen aus.

Rechenbeispiel: So lesen Sie die Ergebnisse

Die folgenden Zahlen sind frei gewählt und keine Ergebnisse eines Kundenprojekts. Sie prüfen zehn festgelegte Fragen an zwei Terminen in ChatGPT Search und erhalten 20 auswertbare Antworten. In acht Antworten wird Ihre Firma genannt, in fünf als Anbieter vorgeschlagen und in drei Ihre Website verlinkt.

Damit liegen die Erwähnungsquote bei 40 Prozent, die Empfehlungsquote bei 25 Prozent und die Verlinkungsquote bei 15 Prozent. Die Kategorien können sich überschneiden. Eine Antwort kann gleichzeitig Nennung, Empfehlung und Link enthalten.

Diese Werte beschreiben ausschließlich Ihr Testset. Sie sind weder ein Marktanteil noch der Anteil aller echten ChatGPT-Nutzer, die Ihr Unternehmen sehen. Die ausgewählten Fragen sind keine Zufallsstichprobe sämtlicher Kundensuchen; auch Wiederholungen sind nicht automatisch voneinander unabhängig.

Fehler und fehlende Antworten nicht verschwinden lassen

Eine reguläre Antwort mit allgemeinen Hinweisen, aber ohne Ihr Unternehmen, zählt in unserem Protokoll als auswertbare Antwort ohne Nennung. Technische Fehler, reine Rückfragen und nicht ausgespielte AI Overviews werden hingegen separat dokumentiert und nicht stillschweigend als normale Antworten behandelt.

Berichten Sie neben den Quoten deshalb immer die Anzahl aller Versuche und der auswertbaren Antworten. Wenn nur bei zwei von zehn Google-Suchen eine KI-Übersicht erscheint, ist diese Abdeckung wichtig. Eine hohe Nennungsquote innerhalb dieser zwei Antworten allein würde ein unvollständiges Bild liefern.

Schritt 5: Wiederholen Sie den Test und leiten Sie konkrete Maßnahmen ab

Ein Durchlauf zeigt eine Momentaufnahme. Für einen ersten Vergleich empfehlen wir, das feste Fragenset an einem zweiten Termin unter möglichst ähnlichen Bedingungen erneut zu prüfen. Für die laufende Beobachtung kann anschließend beispielsweise ein Abstand von zwei bis vier Wochen sinnvoll sein. Das ist unser Vorschlag für einen praktikablen Rhythmus, keine Zusage, dass Änderungen in dieser Zeit wirken.

Behalten Sie Wortlaut, Plattformen und Einstellungen bei. Dokumentieren Sie einen Modellwechsel oder eine andere Suchoberfläche, statt die Messreihe kommentarlos fortzusetzen. Speichern Sie außerdem, welche Website-Änderungen und neuen Inhalte zwischen zwei Messungen veröffentlicht wurden.

Ihr Unternehmen fehlt bei offenen Anbieterfragen

Prüfen Sie zuerst die Grundlage: Sind Ihre Leistungen und Ihr Einzugsgebiet auf der Website eindeutig beschrieben? Beantworten die wichtigsten Seiten die Anforderungen aus Ihren Testfragen? Gibt es nachvollziehbare Referenzen und korrekte Unternehmensangaben auf relevanten externen Seiten?

Kontrollieren Sie außerdem die technische Zugänglichkeit. OpenAI unterscheidet OAI-SearchBot für die Suche von GPTBot für mögliches Modelltraining. Eine Trainingsfreigabe ist deshalb kein Ersatz für zugängliche Suchinhalte. [7] Für unterstützende Links in Googles KI-Suchfunktionen müssen Seiten unter anderem indexiert und für die Darstellung mit einem Textausschnitt geeignet sein. [6]

Das sind Ansatzpunkte für die Prüfung, keine aus dem fehlenden Treffer bewiesenen Ursachen. Ein Unternehmen kann in einem Test fehlen, ohne dass seine Website technisch gesperrt ist.

Ihr Unternehmen wird genannt, aber falsch beschrieben

Vergleichen Sie die Antwort mit Ihren eigenen Seiten und den angezeigten Quellen. Suchen Sie nach veralteten Leistungen, widersprüchlichen Standorten oder überholten Kontaktinformationen. Korrigieren Sie nachweisbare Fehler dort, wo Sie darauf Einfluss haben. Prüfen Sie danach erneut, statt eine sofortige Änderung aller Antworten zu erwarten.

Ihre Website wird verlinkt, aber Ihre Firma nicht empfohlen

Schauen Sie, welche Seite verlinkt ist und welche Frage beantwortet wurde. Ein Fachartikel kann für eine allgemeine Erklärung passen, ohne eine Anbieterempfehlung zu rechtfertigen. Prüfen Sie deshalb Ihre Leistungsseiten und deren Verbindung zu passenden Fachinhalten. Das ist eine inhaltliche Aufgabe, nicht bloß ein Anlass, den Firmennamen häufiger zu wiederholen.

Die Weiterentwicklung Ihrer digitalen Präsenz gehört zur Generative Engine Optimization, kurz GEO. Wie technische Grundlagen und Inhalte dabei zusammenspielen, vertiefen wir in unserem Beitrag zu KI SEO. Der Sichtbarkeitscheck hilft Ihnen, die nächsten Maßnahmen an konkreten Beobachtungen auszurichten.

Welche Tools brauchen Sie, um KI-Sichtbarkeit zu messen?

Für einen kleinen manuellen Check empfehlen wir zunächst die ausgewählten Suchoberflächen und eine Tabelle. Ein separates kostenpflichtiges Monitoring-Tool ist dafür nicht zwingend nötig. Welche Funktionen und Abfragelimits in den jeweiligen Konten verfügbar sind, sollten Sie vorab prüfen.

Bei größeren Fragensets kann Software helfen, Ergebnisse zu sammeln. Bevor Sie einen „KI-Sichtbarkeitswert“ übernehmen, klären Sie jedoch: Welche Fragen werden gestellt? Welche Region wird simuliert? Werden tatsächliche Browserantworten oder API-Ausgaben untersucht? Sind Quellen und Antworttexte einsehbar? Ohne diese Angaben ist ein Vergleich mit Ihren eigenen Tests kaum nachvollziehbar.

Search Console und Bing ergänzend nutzen

Google erfasst die Leistung von Links in AI Overviews und im KI-Modus in den gesamten Web-Suchdaten der Search Console. Diese Daten sind keine allgemeine Übersicht Ihrer Nennungen in ChatGPT oder Gemini. [6]

Bing Webmaster Tools bietet mit „AI Performance“ Einblicke in Quellenzitierungen innerhalb der unterstützten KI-Angebote. Microsoft weist darauf hin, dass Zitationszahlen nicht die Position oder Darstellung innerhalb einer einzelnen Antwort angeben. [8] Nutzen Sie solche Berichte als Ergänzung und prüfen Sie, welche Systeme und Kennzahlen tatsächlich abgedeckt sind.

Besuche und Kundenanfragen getrennt betrachten

OpenAI beschreibt den Parameter utm_source=chatgpt.com in Verweis-URLs, über den sich entsprechende Besuche in Analytics auswerten lassen. [9] Eine Nennung ohne Klick erzeugt dadurch aber keinen messbaren Websitebesuch.

Für Ihre wirtschaftliche Bewertung würden wir deshalb drei Ebenen getrennt festhalten: Sichtbarkeit in Antworten, daraus erkennbare Websitebesuche und qualifizierte Anfragen. Fragen Sie im Erstgespräch gegebenenfalls, wie der Interessent auf Sie aufmerksam wurde. Eine zusätzliche Anfrage ist nicht allein deshalb nachweislich durch GEO entstanden, weil sie nach einer Optimierung eingegangen ist.

Diese Fehler machen einen KI-Sichtbarkeitscheck wenig aussagekräftig

Nur nach dem eigenen Namen suchen: Damit prüfen Sie vor allem die Darstellung einer bereits bekannten Marke. Ergänzen Sie offene Fragen nach passenden Anbietern.

Den bestehenden Arbeitschat verwenden: Für einen vergleichbaren Basistest sollte Ihre Firma nicht schon durch vorherige Nachrichten, eigene Anweisungen oder angehängte Dokumente vorgegeben sein.

So lange wiederholen, bis das Ergebnis gefällt: Legen Sie die Anzahl der Durchläufe vorher fest und dokumentieren Sie alle Ergebnisse. Nachfragen mit dem Firmennamen sind eine gesonderte Untersuchung.

Jede positive Veränderung der letzten Maßnahme zuschreiben: Ein zeitlicher Zusammenhang ist noch kein Ursachenbeweis. Halten Sie Änderungen und Testbedingungen fest und beobachten Sie die Entwicklung über mehrere Durchläufe.

Häufige Fragen zum Prüfen der KI-Sichtbarkeit

Kann ich meine KI-Sichtbarkeit kostenlos prüfen?

Ein manueller Einstieg ohne zusätzliches Analyseprogramm ist möglich. Nutzen Sie die verfügbaren Suchfunktionen Ihrer Konten und dokumentieren Sie die Antworten selbst. Ob dabei Kosten entstehen, hängt von den verwendeten Diensten, Konten und Nutzungslimits ab. Für einen ersten Überblick müssen Sie nicht automatisch eine Monitoring-Software buchen.

Zeigt eine einzelne Anfrage, wie sichtbar mein Unternehmen ist?

Sie zeigt, ob und wie Ihr Unternehmen in genau dieser Antwort erscheint. Für eine breitere Einschätzung brauchen Sie mehrere relevante Fragen, getrennte Plattformauswertungen und Wiederholungen. Formulieren Sie Ihren Befund lieber präzise als umfassender, als die Daten es erlauben.

Ist meine Firma unsichtbar, wenn ChatGPT sie erst nach einer Nachfrage nennt?

Nicht grundsätzlich. Sie wissen zunächst nur, dass sie in der ersten Antwort fehlte und später genannt wurde. Dokumentieren Sie beides getrennt. Wurde in der Nachfrage bereits Ihr Firmenname genannt, ist das kein zusätzlicher Treffer für die ursprüngliche offene Anbietersuche.

Hilft es, meine Website direkt in die Frage einzufügen?

Damit können Sie untersuchen, wie das System mit einer ausdrücklich vorgegebenen Website umgeht. Sie prüfen dann aber nicht mehr, ob die Website ohne diesen Hinweis gefunden würde. Beides kann nützlich sein, beantwortet jedoch unterschiedliche Fragen.

Fazit: Prüfen Sie nicht nur, ob Sie auftauchen, sondern wobei und wie

Ein sinnvoller KI-Sichtbarkeitscheck beginnt mit echten Kundenbedürfnissen und endet mit nachvollziehbaren Ergebnissen. Entscheidend sind nicht möglichst viele Abfragen, sondern passende Fragen, vergleichbare Bedingungen und eine ehrliche Auswertung von Nennungen, Empfehlungen und Quellenlinks.

Beginnen Sie mit fünf Fragen. Testen Sie diese getrennt in ChatGPT, Gemini und dem Google-KI-Modus. Sichern Sie die Antworten, vergleichen Sie die genannten Anbieter und wiederholen Sie den Test. So entsteht eine erste Grundlage dafür, Ihre digitale Präsenz gezielt weiterzuentwickeln.

Als GEO Agentur unterstützen wir Unternehmen dabei, solche Beobachtungen in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. In einer kostenfreien Erstberatung schauen wir gemeinsam auf Ihre Ausgangslage und darauf, wie wir Ihre Sichtbarkeit sinnvoll weiterentwickeln können.

Quellen und technische Hinweise

Die Bedienhinweise und Plattformangaben orientieren sich an den folgenden Originaldokumentationen. Benutzeroberflächen und Einstellungen können sich ändern. Die fünf Schritte, die vorgeschlagenen Testgrößen und die Kennzahlen sind unser methodischer Vorschlag; die Beispielzahlen sind keine gemessenen Kundenergebnisse.

  1. OpenAI: Websuche mit ChatGPT, Quellen und Standort

  2. OpenAI: Temporäre Chats und Personalisierung

  3. Google: Warum Suchergebnisse variieren können

  4. Google: Quellen und zugehörige Links in Gemini

  5. Google: KI-Modus und Personalisierung

  6. Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website

  7. OpenAI: Übersicht der Crawler

  8. Microsoft: AI Performance in Bing Webmaster Tools

  9. OpenAI: Hinweise für Websitebetreiber und Verweis-Traffic

GEO Agentur - KI Ranking Agentur Deutschland

© 2026 - Alle Rechte vorbehalten

Impressum - Datenschutzerklärung - Blog